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Geschichte der Holztriftanlage |
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Der Holzreichtum im Kerngebiet des Wienerwalds, der Geldbedarf des Kaiserhauses als Eigentümer und der gleichzeitig immer größer werdende Energiebedarf waren der Anlaß, daß unter Kaiser Leopold I im Jahre 1667 im Gebiet von Klausen-Leopoldsdorf mit der Errichtung einer Holztriftanlage begonnen wurde. Anfang April 1667 kamen 51 Holzhacker und Zimmerleute aus dem Salzkammergut, welche mit einem Trauner vom Traunsee über die Traun und die Donau bis Wien fuhren, in der Gegend von Klausen-Leopoldsdorf an. Für den Transport wurde aus Kostengründen ein Lastschiff benützt welches eine Ladung Salz aus dem Salzkammergut nach Wien brachte. Mitgeführt wurden ihre Holzhacker- und Zimmermannswerkzeuge und das gesamte Eisenzeug für die Errichtung der ersten Klause. Die erste Klause war ein mit Holz verstärkter Erddamm mit einem großen Tor in welcher das Frühjahrs-Schmelzwasser aufgestaut wurde. Im Flußlauf unterhalb der Klause wurden die Brennholzscheiter für die Holztrift aufgeschichtet. Durch das Öffnen des Klaustores wurde ein künstliches Hochwasser erzeugt, in welches die Brennholzscheiter eingebracht wurden. Die Brennholzscheiter wurden dann ca. 20 km bis zum Hauptrechenwerk in Baden geschwemmt und dort bis zum Weitertransport aufgeschichtet. Diese Methode brachte im Vergleich zum herkömmlichen Transport mit Pferdefuhrwerken eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis, vor allem da die Straßen im Wienerwald zu dieser Zeit noch sehr schlecht ausgebaut waren. Die Errichtung der Holztriftanlage kann als Revolution des Transportwesens der damaligen Zeit bezeichnet werden. Im Laufe der Zeit wurden noch weitere Klausen errichtet und die gesamte Holztriftanlage bestand dann aus 14 Klausen. Die größte Holzmenge wurde im Jahr 1720 mit 100.000 Raummetern Holz geschwemmt, daß entspricht etwa 20.000 Pferdefuhrwerksladungen. 1756 wurde die Hauptklause unter Kaiserin Maria Theresia erneuert und aus Stein gebaut. Diese Klause ist die einzige ihrer Art in Österreich und in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Die letzte Holztrift fand im Jahr 1939 statt. Gleichzeitig mit der Errichtung der Holztriftanlage entstand ein Dorf, welches nach dem damaligen Kaiser und Erbauer Leopold I vorerst " Leopoltsdorff in den Claußen " benannt wurde und später den heutigen Namen Klausen-Leopoldsdorf bekam.
Derzeit laufen Bemühungen der Gemeinde Klausen-Leopoldsdorf einige der Klausen ( Stauwerke) zu renovieren um diese bei Hochwasser als Rückhaltebecken verwenden zu können. Bereits renoviert wurden die Riesenbachklause, Schöpflklause und die Hauptklause.Das Fassungsvermögen der Haupt-Klause beträgt 82.000 m3 und der kleineren Neben-Klausen bis zu ca. 23.000 m3. Die renovierten Klausen werden zukünftig als Rückhaltebecken bei Hochwasser aktiven Hochwasserschutz leisten.
Aquarell der Schöpflklause 1920
Der Standort des Holztrift- und Forstmuseums Schöpflklause im Salygraben - Schöpflgraben welcher früher Türkengraben genannt wurde ist auch historisch sehr interessant. Im Juli 1683 stellte sich der damalige Bürgermeister von Brand (Laaben) Fügerl in diesem Graben mit 500 Holzhackern und Bauern den nach Westen stürmenden Türken erfolgreich entgegen. Die anstürmenden Türken wurden durch mächtige Baumstämme, welche von den Holzhackern an den steilen Berghängen des Schöpflgrabens angebracht und zum Absturz gebracht wurden aufgerieben.
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