Die Geschichte von Klausen-Leopoldsdorf und Hochstrass

Klausen-Leopoldsdorf und Hochstraß: Ortsgeschichte

ZeitraumKlausen-LeopoldsdorfHochstraß
1547–1667Der Forsthof ist 1547 erstmals urkundlich belegt. Der umliegende Wienerwald war kaiserlicher Bannwald und Jagdgebiet.Die hoch gelegene Gegend war von Wald und einzelnen forstwirtschaftlichen Siedlungen geprägt.
ab 1667Kaiser Leopold I. ließ an der Schwechat ein System von Klausen zur Holztrift errichten. Holzknechte und Zimmerleute, unter anderem aus dem Salzkammergut, wurden angesiedelt. Daraus entstand „Leopoldsdorf in den Klausen“, der spätere Ortsname Klausen-Leopoldsdorf.Hochstraß lag an einem wichtigen Übergang zwischen Tulln- und Schwechattal und blieb eine verstreute Waldsiedlung.
1679–1683Die Pest forderte viele Opfer. Danach wurden Waldbauern aus Salzburg und Tirol angesiedelt. 1683 kam es im Zusammenhang mit dem osmanischen Angriff auf Wien auch im Gemeindegebiet zu Gewalttaten; die Erinnerung daran lebt im Flurnamen „Schlachtwiese“ weiter.—
18. JahrhundertUm 1750 entstand der Ortskern am Zusammenfluss von Schwechat, Hainbach, Lammeraubach und Agsbach. 1754 wurde ein Schulhaus errichtet, 1755 die Kirche gebaut; 1767 wurde sie Pfarrkirche. Die Hauptklause wurde 1756 in Stein neu errichtet.Hochstraß gehörte kirchlich zunächst nach Altlengbach.
19. JahrhundertNach den intensiven Schlägerungen begann ein Umdenken in der Forstwirtschaft: ab 1820 blieben Besamungsbäume stehen, ab 1825 wurden Forstpflanzen gesetzt.1822 wird Hochstraß gemeinsam mit Grödl und Forsthof mit 42 zerstreuten Waldhütten beschrieben. Die Kinder besuchten bereits eine Schule im Ort.
20. Jahrhundert1939 fand die letzte Holztrift statt; 1963 erlosch die Triftbewilligung. Damit verlor der Ort seine ursprünglich wichtigste wirtschaftliche Grundlage.1938 gab es drei Gasthäuser, ein Gemischtwarengeschäft und zwei Schuster – ein Hinweis auf einen kleinen lokalen Versorgungsort.
GegenwartDie erhaltene Hauptklause und weitere Anlagen erinnern an die Gründungsgeschichte.Hochstraß ist heute ein Dorf der Gemeinde Klausen-Leopoldsdorf, dass fast mit dem zu Pressbaum gehörenden Schwabendörfl zusammengewachsen ist.

Klausen-Leopoldsdorf: Vom Triftort zur Gemeinde

Klausen-Leopoldsdorf wurde im Kern wegen der Holztrift gegründet. Das Holz aus dem Wienerwald wurde durch ein System aus insgesamt 14 Klausen, Staubecken und Rechenanlagen über die Schwechat nach Baden transportiert und von dort weiter Richtung Wien gebracht. Die Anlage machte die Nutzung der abgelegenen Wälder wirtschaftlich möglich und gab dem Ort seinen Namen. Die letzte Trift erfolgte 1939.

Hochstraß: Siedlung auf dem Bergsattel

Hochstraß liegt auf etwa 559 Metern Seehöhe an einem Bergsattel zwischen Tulln- und Schwechattal, rund fünf Kilometer nordnordwestlich von Klausen-Leopoldsdorf. Seine Entwicklung war weniger von einem geschlossenen Ortskern als von verstreuten Waldhütten, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und der Lage an der Verbindungsroute geprägt. Die kleine Filialkirche mit ihrer zeltförmigen Architektur und Außenfresken ist ein markantes Bauwerk des Ortes.

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